Auf EU-Ebene wird derzeit über die Einführung von Salzgrenzwerten für Brot und Gebäck diskutiert. Für die Medien ist die neu aufgeheizte Diskussion zum nicht mehr ganz neuen Thema natürlich ein gefundenes Fressen.
Salzgrenzwerte sind nur dann relevant, wenn die betreffenden Produkte mit einer gesundheits- oder mehrwertbezogenen Angabe (z.B. salzarm) beworben werden. Produkte mit derartigen Angaben müssen den Nährwertprofilen, die von der EU-Kommission erarbeitet wurden, entsprechen.
Tatsache ist, dass die Diskussion über den Salzgehalt in Brot und Gebäck übertrieben ist, wie auch folgende Zahlen belegen:
Der durchschnittliche Brotverbrauch eines Österreichers beträgt 150g pro Tag, das entspricht einer täglichen Salzmenge von ca. 2g! (Quelle: Bundesinnung)
Wenn man betrachtet wie viel Salz in anderen Grundnahrungsmitteln enthalten ist,
kann man sich gut vorstellen, dass die maßgeblichen „Salzquellen“ nicht im Brot und Gebäck liegen:
1 Portion Rindssuppe (200ml) beinhaltet bis zu 5g Salz,
150g Schmelzkäse ca. 5g Salz,
1 Packung Kartoffelchips bis zu 6g Salz und
150g Tomatenketchup beinhalten bis zu 5g Salz. (Quelle: Unilever)
Weiters ist anzumerken, dass aufgrund der im Brot enthaltenen Salzmengen sicherlich mit keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für den Mensch zu rechnen ist. Diesbezüglich ist auch festzuhalten, dass immer mehr wissenschaftliche Studien zum Entschluss kommen, dass der Zusammenhang zwischen Salzkonsum und hohem Blutdruck nicht, oder zumindest nicht im behaupteten Ausmaß, gegeben ist.
Früher bezeichnete man Salz als das weiße Gold, weil es teuer importiert werden musste. Heute können wir uns zwischen Meersalz, Kochsalz, Kräuter- oder Gewürzsalz kaum entscheiden. Salz ist in kleinen Mengen lebensnotwendig. Es spielt eine lebenswichtige Rolle für den Wasserhaushalt, das Nervensystem, die Verdauung und den Knochenaufbau.
Es bleibt uns also nur, an den gesunden Menschenverstand der handelnden Personen zu appellieren, dass eine Salzreduktion im Brot keinen wirklichen Sinn ergibt. Wir haben in Österreich das beste und schmackhafteste Brot, und das nicht zuletzt auch wegen der Verwendung von verschiedenen Salzen und eine Vielzahl von verschiedenen Gewürzen. Eine solche, sinnlose Verordnung würde den Geschmack unseres Brots erheblich beeinträchtigen, vereinfacht gesagt „fader“ machen.
Wir empfehlen Euch unsere schmackhaften Vollkornbrote sowie unsere saftigen Spezial- und BIO-Brote, hergestellt aus natürlichen Zutaten. Das ist unser Beitrag zur gesunden und ausgewogenen Ernährung, der schmeckt und auch Sinn macht.
Mahlzeit und einen schönen Tag wünscht Euch
Euer Bäckermeister Hannes Kurz. |