Dinkelkruste - Jetzt Probieren!
Wenn die Paznaunerinnen und Paznauer Brot holen oder auf einen Kaffee gehen, dauert das gerne mal länger. Nicht, weil die Standorte der Bäckerei Kurz so abgelegen wären. Im Gegenteil: Alle vier Geschäfte befinden sich im Zentrum von Ischgl, Galtür und See und locken mit ihren frisch gebackenen Köstlichkeiten eine breite Kundschaft an. Aber genau deshalb wird der KURZe Weg oft zu einer längeren Angelegenheit. Man kennt sich – vor und hinter der Theke. Bei Kaffee und Plunder im Café oder auf der Terrasse werden Passanten gegrüßt und Bekannte herbeigewinkt. Italienisches Piazza-Feeling in den Alpen? Ecco qui!
Ein Bäcker im Dorf, der sein Handwerk versteht, ist sozialer Kitt und Genuss zugleich. Auch Urlaubsgäste aus allen Ecken des Globus schlemmen sich hier durch die legendäre Vielfalt österreichischer Backkunst. Einziger Nachteil? Nach einem Besuch bei Kurz liegt die Messlatte für künftigen Brotgenuss ziemlich hoch...
So in etwa beschrieb Hildegard von Bingen das Urgetreide Dinkel, den zentralen Bestandteil ihrer Ernährungslehre. Die Gute musste es ja wissen, lebte sie doch zu den – wie man heute sagt – Heydays des Dinkelanbaus in Mittel-europa, wie auch in Tirol. Das war im Mittelalter, so um das 11./12. Jahrhundert. Und schon damals blickte der Dinkelanbau auf eine zirka 6.000-jährige Geschichte zurück.
Dinkel also als unangefochtenen Oldie unter den Getreidearten zu bezeichnen, ist noch untertrieben. Weil der Dinkel aber ein eigenwilliges Korn ist, dessen Ernteerträge halt geringer sind als die des Weizens, trat der Anbau ab dem 20. Jahrhundert in den Hintergrund. Erst in den letzten Jahren hat der ökologische Bio-Landbau Dinkel als robustes, hochwertiges, schmackhaftes und vielseitiges Urgetreide wiederentdeckt. Seitdem erlebt er – endlich – eine Renaissance.
In der Backstube von KURZ in Ischgl entsteht in liebevoller Handarbeit und mit der nötigen Zeit das ganz neue weiße Dinkelkrustenbrot aus 100% hellem Dinkelmehl, Dinkelmalzmehl, Salz, Hefe und Wasser. Sonst nix! Bereits am Tag zuvor kocht Backstubenleiter Mario dafür ein Dinkel-Kochstück – ein Dinkelmehl-Wassergemisch – auf. Die Stärke im Mehl verkleistert im heißen Wasser und bindet damit viel mehr Flüssigkeit, was das Brot so außerordentlich saftig macht. Das Kochstück mischt er mit den restlichen Zutaten und lässt den Teig bis zum folgenden Tag rasten. Dann geht's ab in den heißen Ofen.
Heraus kommt ein bekömmlicher 500 Gramm-Laib mit saftiger Krume und ausgeprägter Kruste. Weit weniger Gluten und hochwertiges Eiweiß machen das neue Dinkelkrustenbrot äußerst bekömmlich auch für Allergiker, reichlich Mineralstoffe und Vitamine erfreuen Körper und Geist. Spezielle Aminosäuren in besonders hoher Konzentration fördern die Bildung von glücklich machenden Gehirnbotenstoffen wie zum Beispiel Serotonin.